- Was die Sigomatic macht und wo Sie ihr begegnen
- Vorbereitung von Bauteil und Maschine
- Den Schweißpfad teachen
- Pulsparameter für das Material einstellen
- Trockenlauf, Testschweißung und Programmspeicherung
- Programme in der Produktion verfeinern und wiederverwenden
- Häufig gestellte Fragen
- Wie viele Schweißprogramme kann ich auf der Sigomatic speichern?
- Muss ich Programmierkenntnisse haben, um ein Schweißprogramm zu erstellen?
- Wie finde ich die richtigen Pulsparameter für mein Material?
- Kann ich ein einmal erstelltes Programm für ähnliche Bauteile wiederverwenden?
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Kurz beantwortet: Mit der Sigomatic Teach-in-Software richten Sie Ihr erstes Schweißprogramm ein, indem Sie Bauteil und Maschine sorgfältig vorbereiten, den Schweißpfad anhand von Geometrie-Primitiven teachen, die Pulsparameter materialgerecht einstellen, einen Trockenlauf und Testschweißung durchführen und das Programm für die Produktion speichern und optimieren.
| Schritt | Beschreibung |
|---|---|
| Bauteil und Maschine vorbereiten | Werkstück fixieren, Fügezone reinigen, Maschine und Schutzgas prüfen, Sicherheitsvorkehrungen treffen |
| Schweißpfad teachen | Achspositionen mit SigoMax-Joystick anfahren, Geometrie-Primitiven auswählen und abspeichern |
| Pulsparameter einstellen | Materialgerechte Parameter wählen und ggf. Testschweißungen durchführen |
| Trockenlauf/Testschweißung | Pfad ohne Laser abfahren, Kollisionen prüfen, Testschweißung auf Probestück |
| Programm speichern/optimieren | Schweißprogramm sichern, Parameter und Geometrien dokumentieren, ggf. anpassen |
Diese Schritte ermöglichen eine strukturierte und reproduzierbare Einrichtung von Schweißprogrammen auf der Sigomatic.
Was die Sigomatic macht und wo Sie ihr begegnen
Die Sigomatic ist die zentrale Teach-in-Software, die auf allen sechs Sigma-Laser-Schweißmaschinen eingesetzt wird. Sie steuert und überwacht die Achsbewegungen aller fünf Achsen (X, Y, Z, C, D) und ermöglicht es Ihnen, komplexe Schweißprogramme ohne Programmierkenntnisse zu erstellen. Über das abnehmbare magnetische Display behalten Sie alle wesentlichen Prozessdaten und Statusmeldungen im Blick – von den aktuellen Achspositionen über die eingestellten Schweißparameter bis hin zu Warnhinweisen und Systemmeldungen.
Ein besonderes Merkmal ist das Live-Feedback: Während des Betriebs sehen Sie in Echtzeit, wie sich Parameter wie Pulsdauer, Leistung, Frequenz und Achsbewegungen auf den Schweißprozess auswirken. Dies erleichtert die sofortige Anpassung und Fehlerdiagnose. Die Sigomatic ist so konzipiert, dass sie sowohl für Einzelteile als auch für kleine Serien flexibel einsetzbar ist.
Für die manuelle Achsverstellung steht Ihnen der SigoMax-Joystick zur Verfügung (bei Sineo Light serienmäßig, bei anderen Modellen je nach Ausstattung). Damit können Sie die Achsen präzise und intuitiv positionieren, was besonders beim Teach-in von Schweißpfaden und bei der Einrichtung neuer Bauteile hilfreich ist. Die Bedienung erfolgt dabei ergonomisch und mit hoher Wiederholgenauigkeit.
Die Sigomatic-Software ist auf eine möglichst kurze Einarbeitungszeit ausgelegt. Sie führt den Anwender Schritt für Schritt durch die wichtigsten Einstellungen und bietet eine übersichtliche Benutzeroberfläche. So können auch weniger erfahrene Bediener schnell produktiv werden und reproduzierbare Schweißergebnisse erzielen.
Vorbereitung von Bauteil und Maschine
Eine sorgfältige Vorbereitung ist die Grundlage für jedes erfolgreiche Schweißprogramm. Beginnen Sie mit der Fixierung Ihres Bauteils: Die Werkstückaufnahme muss starr und erschütterungsfrei erfolgen, um Positionsabweichungen während des Schweißvorgangs zu vermeiden. Nutzen Sie geeignete Spannvorrichtungen oder Vorrichtungen, die für das jeweilige Bauteil ausgelegt sind. Besonders bei großen oder schweren Werkstücken – wie sie etwa auf Sirius Light oder Sineo Light bearbeitet werden – ist eine sichere und stabile Lagerung entscheidend.
Reinigen Sie die Fügezone gründlich. Entfernen Sie Öl, Fett, Oxidschichten und sonstige Rückstände, um Porenbildung und Fehlstellen im Schweißgut zu verhindern. Geeignete Reinigungsmethoden sind beispielsweise das Abwischen mit Lösungsmitteln oder das leichte Anschleifen der Oberfläche. Überprüfen Sie auch, ob die Kontaktflächen plan und frei von Grat sind.
Vor dem Start des Teach-in-Prozesses kontrollieren Sie die Maschine: Prüfen Sie die Funktion der Achsen, den Zustand der Optik (frei von Staub und Verschmutzungen) und stellen Sie sicher, dass das Schutzgas-System korrekt angeschlossen und einsatzbereit ist. Führen Sie eine kurze Schutzgasprüfung durch, um Undichtigkeiten oder Flussprobleme auszuschließen. Die Wahl des Schutzgases (z. B. Argon für Edelstahl oder Titan) richtet sich nach dem zu schweißenden Material und ist ein wichtiger Faktor für die Nahtqualität.
Beachten Sie die mit Ihrer Anlage gelieferten Sicherheitsrichtlinien; Sigma bietet zertifizierte Bedienerschulungen an. Erst wenn Bauteil und Maschine optimal vorbereitet sind, starten Sie mit dem Einrichten des Schweißprogramms.
| Geometrie-Primitiv | Einsatzbereich/Beschreibung |
|---|---|
| Linie | Für gerade Fügenähte und einfache Konturen |
| Polyline | Für zusammengesetzte, mehrteilige Linienverläufe |
| Kreis | Für runde Konturen, z. B. an Bohrungen oder Rundungen |
| Polykreis | Für komplexe, mehrfach gekrümmte Kreisbahnen |
| Kurve | Für gebogene Schweißpfade, z. B. an Werkzeugkanten |
| Spline | Für frei geformte, weiche Übergänge und komplexe Konturen |
Diese Geometrie-Primitiven können flexibel kombiniert werden, um den Schweißpfad exakt an die Bauteilkontur anzupassen.
Den Schweißpfad teachen
Das Teach-in-Verfahren der Sigomatic basiert auf dem schrittweisen Anfahren und Abspeichern von Positionen entlang des gewünschten Schweißpfades. Sie bewegen die Achsen (X, Y, Z, C) mithilfe des SigoMax-Joysticks oder der Bedienelemente an die Startposition und legen dort den ersten Punkt fest. Anschließend fahren Sie die weiteren Punkte des Pfades an und speichern diese jeweils ab. Die Sigomatic unterstützt dabei verschiedene Geometrie-Primitiven, die Sie flexibel kombinieren können: Linie, Polyline, Kreis, Polykreis, Kurve und Spline (siehe Katalog S.49).
Durch die Auswahl geeigneter Geometrie-Primitiven lässt sich der Schweißpfad exakt an die Kontur Ihres Bauteils anpassen. Gerade Linien eignen sich für einfache Fügenähte, während Kreise und Splines für komplexere Konturen – etwa an Werkzeugkanten oder Formeinsätzen – verwendet werden. Die Software führt Sie durch die notwendigen Schritte, sodass Sie auch ohne spezielle Programmierkenntnisse präzise Schweißprogramme erstellen können.
Während des Teach-ins erhalten Sie über das Display kontinuierliches Feedback zu den aktuellen Achspositionen und Bewegungsrichtungen. Dies erleichtert die Kontrolle und ermöglicht es, eventuelle Kollisionen oder Fehlpositionierungen frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren. Nutzen Sie die Möglichkeit, den Pfad in kleinen Abschnitten zu teachen und regelmäßig visuell zu überprüfen, ob die gespeicherten Punkte exakt auf der gewünschten Schweißlinie liegen.
Nach Abschluss des Teach-ins können Sie den gesamten Pfad in einer Vorschau kontrollieren. Die Sigomatic visualisiert die Bewegungsabfolge und bietet Ihnen so eine zusätzliche Sicherheit, bevor Sie mit dem eigentlichen Schweißprozess beginnen. Dokumentieren Sie die gewählten Geometrie-Primitiven und Positionen, um spätere Anpassungen oder Wiederholungen effizient durchführen zu können.
| Parameter | Beschreibung |
|---|---|
| Pulsenergie | Bestimmt die Energie pro Laserpuls; beeinflusst Einbrand und Nahtausbildung |
| Pulsdauer | Dauer eines einzelnen Laserpulses; beeinflusst Wärmeeintrag und Nahtbreite |
| Frequenz | Anzahl der Pulse pro Sekunde; beeinflusst Schweißgeschwindigkeit und Wärmeeintrag |
| Fokusdurchmesser | Durchmesser des Laserfokus; beeinflusst Nahtbreite und Präzision |
| Puls-/CW-Modus (bei Fibre) | Umschaltung zwischen gepulstem und kontinuierlichem Betrieb (nur bei Fibre-Modellen) |
Die optimale Einstellung der Pulsparameter hängt von Werkstoff, Materialdicke und gewünschtem Schweißergebnis ab.
Pulsparameter für das Material einstellen
Die Auswahl und Einstellung der Pulsparameter ist entscheidend für die Qualität der Schweißnaht und die Anpassung an das jeweilige Material. Zu den wichtigsten Parametern gehören Pulsenergie, Pulsdauer, Frequenz, Fokusdurchmesser und – bei den Fibre-Modellen – gegebenenfalls der Wechsel zwischen Puls- und CW-Modus. Die optimale Einstellung hängt von Werkstoff, Materialdicke, gewünschtem Einbrand und Nahtgeometrie ab.
Gehen Sie methodisch vor: Beginnen Sie mit einem erprobten Parametersatz für das jeweilige Material, sofern vorhanden, oder orientieren Sie sich an Erfahrungswerten aus ähnlichen Anwendungen. Ändern Sie jeweils nur eine Variable, um deren Einfluss gezielt zu beurteilen (z. B. Pulsdauer verlängern, während alle anderen Parameter konstant bleiben). Führen Sie für jede Änderung eine Testschweißung auf einem Probestück durch und bewerten Sie die Ergebnisse hinsichtlich Einbrandtiefe, Nahtbild und Spritzerfreiheit.
Bei neuen oder kritischen Anwendungen empfiehlt sich die Anlage eines Testleiters: Variieren Sie systematisch Pulsenergie, Pulsdauer und Frequenz in kleinen Schritten und dokumentieren Sie die Resultate. So finden Sie schrittweise die optimalen Einstellungen für Ihr Bauteil. Die Sigomatic zeigt Ihnen während der Einstellung die aktuellen Werte an und ermöglicht eine schnelle Anpassung, ohne dass Sie tief in Untermenüs navigieren müssen.
Für besonders anspruchsvolle Materialien – wie hochlegierte Stähle, Aluminium oder Titan – ist die Auswahl des Schutzgases und die Kontrolle der Nahtfarbe zusätzlich zu beachten. Halten Sie die gewählten Parameter und die zugehörigen Ergebnisse in einer Parameter-Tabelle fest, um später gezielt darauf zurückgreifen zu können und die Reproduzierbarkeit zu sichern.
Trockenlauf, Testschweißung und Programmspeicherung
Bevor Sie mit dem eigentlichen Schweißprozess beginnen, führen Sie einen Trockenlauf durch. Dabei fährt die Maschine den programmierten Schweißpfad mit ausgeschaltetem Laser ab. Beobachten Sie die Bewegungen aufmerksam: Stimmen die Start- und Endpositionen? Gibt es potenzielle Kollisionen mit Spannmitteln oder dem Bauteil? Überprüfen Sie, ob die Achsen gleichmäßig und ruckfrei verfahren und ob der Pfad exakt der gewünschten Kontur folgt.
Nach einem erfolgreichen Trockenlauf fertigen Sie eine Testschweißung auf einem vergleichbaren Ausschussteil oder einem eigens vorgesehenen Probestück an. So können Sie die eingestellten Pulsparameter und den programmierten Pfad unter realen Bedingungen überprüfen. Achten Sie auf Einbrandtiefe, Nahtbild, Anlauffarben und eventuelle Spritzerbildung. Passen Sie gegebenenfalls die Parameter oder den Pfad an und wiederholen Sie Testläufe, bis das Ergebnis Ihren Anforderungen entspricht.
Die Sigomatic bietet einen Programmspeicher für bis zu 50 Schweißprogramme, der auf über 100 Programme erweitert werden kann. Speichern Sie Ihr fertiges Programm unter einem aussagekräftigen Namen, der Bauteiltyp, Material und ggf. die verwendeten Parameter enthält. Dokumentieren Sie zusätzlich die wichtigsten Einstellungen und Besonderheiten, um spätere Anpassungen oder Wiederholungen zu erleichtern.
Nach der Programmspeicherung können Sie das Programm jederzeit erneut aufrufen, für andere Bauteile anpassen oder als Vorlage für ähnliche Anwendungen nutzen. So schaffen Sie eine solide Basis für eine effiziente und reproduzierbare Serienfertigung.
Programme in der Produktion verfeinern und wiederverwenden
Nach der erfolgreichen Ersteinrichtung beginnt die kontinuierliche Optimierung Ihrer Schweißprogramme im Produktionsalltag. Führen Sie regelmäßige Stichproben durch und beobachten Sie die Ergebnisse kritisch: Kleine Abweichungen in Materialcharge, Bauteilgeometrie oder Umgebungsbedingungen können Anpassungen erforderlich machen. Ändern Sie Parameter stets in kleinen Schritten und dokumentieren Sie jede Änderung mit Datum, Grund und Ergebnis.
Erstellen Sie für wiederkehrende Bauteilfamilien eigene Programmsätze und ordnen Sie diese im Programmspeicher systematisch. Nutzen Sie aussagekräftige Bezeichnungen und eine strukturierte Ablage, um den Zugriff für verschiedene Bediener zu erleichtern. Halten Sie zu jedem Programm eine Parameter- und Ergebnisdokumentation bereit, damit bei Personalwechsel oder Materialumstellung keine Qualitätsverluste entstehen.
Bewährt hat sich die Anlage von Parameterrezepten: Für jedes Material und jede Nahtgeometrie führen Sie eine Tabelle mit den optimalen Einstellungen und den dazugehörigen Schweißergebnissen. So können Sie bei neuen Aufträgen oder ähnlichen Bauteilen schnell auf bewährte Rezepte zurückgreifen und die Einrichtung erheblich beschleunigen.
Nutzen Sie die Möglichkeit, Programme zu duplizieren und gezielt weiterzuentwickeln, etwa bei Variantenfertigung oder Serienanpassungen. Die Sigomatic unterstützt Sie dabei mit einer übersichtlichen Programmadministration und erleichtert so die nachhaltige Prozessoptimierung im laufenden Betrieb.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Schweißprogramme kann ich auf der Sigomatic speichern?
Standardmäßig können Sie bis zu 50 Schweißprogramme speichern. Bei Bedarf lässt sich der Speicher auf über 100 Programme erweitern. So können Sie Programme für verschiedene Bauteile, Materialien oder Varianten strukturiert ablegen und jederzeit wieder aufrufen.
Muss ich Programmierkenntnisse haben, um ein Schweißprogramm zu erstellen?
Nein, die Sigomatic ist als Teach-in-System konzipiert. Sie führen die Achsen per Joystick oder Bedienelemente an die gewünschten Positionen und speichern diese ab. Die Software leitet Sie durch die Auswahl von Geometrie-Primitiven wie Linien, Kreisen oder Splines – Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich.
Wie finde ich die richtigen Pulsparameter für mein Material?
Verwenden Sie bewährte Parameter als Ausgangsbasis oder orientieren Sie sich an Erfahrungswerten. Ändern Sie jeweils nur einen Parameter und testen Sie die Auswirkung auf einem Probestück. Dokumentieren Sie die Ergebnisse, um schrittweise die optimalen Einstellungen für Ihr Material zu finden.
Kann ich ein einmal erstelltes Programm für ähnliche Bauteile wiederverwenden?
Ja, Sie können bestehende Programme als Vorlage für ähnliche Bauteile oder Varianten nutzen. Passen Sie bei Bedarf den Schweißpfad und die Parameter an und speichern Sie das neue Programm separat ab. So beschleunigen Sie die Einrichtung und sichern eine gleichbleibende Qualität.





